Riehen, Haltestelle Fondation Beyeler, 10.00 Uhr. Unsere Balpens Wanderer stiegen so zahlreich aus, dass die Sitzenbleibenden irritiert waren – Endstation?

Gleich um die Ecke bestaunten wir die Neubautätigkeiten der Fondation. Wie meinte doch der Architekt Peter Zumthor: „Ich versuche, Gebäude zu bauen, die geliebt werden.“
Zu Acht schlenderten wir dann entlang dem Museumsparkweg Richtung Naturbad Riehen. Beim Aufstieg im „Schlipf“ trennten sich „vermeintlich Sportliche“ von den „vermeintlichen Wanderern“. Der Wanderleiter traf bald auf seine Winzerfreunde beim „Herbsten“. So verpassten wir die Rast auf der Terrasse des Winzerhäuschens, die mussten wir den pausierenden Helfern überlassen. Durch den Smalltalk fand auch die Gruppe wieder zusammen.

Mit diesem bilderbuchhaften und warmen Septembertag kamen wir doch arg ins Schwitzen, sodass wir auch gerne „Stibitzpausen“ einlegten. Früher wurden die Rebwege deswegen in der Erntezeit gesperrt. Heute verzichtet man auf die Sperrung – es gibt genug Trauben. Die Essigfliege ist das viel grössere Problem. Der Wanderführer und Hobbywinzer weiss auch, dass es ärgerlicher ist, wenn sich „andere Kulturen“ im Frühjahr in die Reben schleichen und das Weinblatt einsammeln, das so wichtig ist für die Symbiose, dem Zusammenspiel von Blatt und Traube.
Nach gut zwei Stunden erreichten wir Oetlingen und somit den Mittagstisch im Gasthof Ochsen. Eine Terrasse mit prächtiger Aussicht auf die Weinberge und deren umliegenden Dörfer: Weil am Rhein, Haltingen und Binzen.

Hier entpuppte sich der Sonnentag als erheblichen Nachteil, es fehlten uns Terrassen- plätze, wir mussten uns also ins Restaurant begeben – und stets wieder warten auf Essen und Getränke. So verliessen wir das Restaurant erst wieder um 14.45 Uhr, zum Leidwesen einiger, ohne Café und Verdauungsschnäpsli!
Der Rückweg wurde beschwerlicher, Hitze, kleinere Unsicherheiten des Wanderführers durch Weil am Rhein, und auch die Zeit entlang der „Wiese“ erwies sich als Fehleinschätzung. So kamen wir erst kurz vor 17.00 Uhr im Restaurant „Schliessi“ an.
Einige unserer Wanderer waren von den Strapazen gezeichnet und stürmten gleich in das relativ teure Thai Restaurant. Beim Zahlen machte man uns darauf aufmerksam, dass nur Kartenzahlung möglich ist. Grossen Dank an Traute Wagner, sie übernahm alle Schulden. Stressfrei verliessen wir somit das Thailokal und standen gleich vor der zweiten Einkehrmöglichkeit. Hier nur Barzahlung! Aber unser Tipp, eine gesellige Einkehr beim Verein FREUNDE DER SCHLIESSE – gut und günstig! Wir kehrten da aber nicht mehr ein, denn es war bereits nach 18.00 Uhr und der Tierpark und somit der Endpunkt der Wanderung noch in nicht absehbarer Weite.
Es wird heute wohl die späteste Heimkehr unserer bisherigen Wanderungen.
Hansjörg Knill