Ich, damals ein Teenager, fragte meinen Vater: Was machst Du, wenn Du im Pensionierungsalter bist? Ja, mein lieber Sohn, das hat noch Zeit und ich fühle mich zurzeit in meinem Berufsleben sehr wohl. Wenn ich soweit bin, bin ich ÄLTER, KLÜGER und UNTERNEHMUNGSLUSTIGER.
Jetzt bin ich soweit, bin älter, im Pensionierungsalter und frage mich: Stopp! Wir? Sind wir wirklich klüger und unternehmungslustiger? Für einige bringt das Rentenalter verdiente Erholung und langersehnte Abenteuer. Aber für andere die grosse Leere.
Das Pensionierungsalter trifft jeden wie einen Schlag. Der Pensionierungsschock, auf den man sich zu wenig vorbereitet hat, nicht ahnend, dass er uns treffen könnte.
Pensionierte haben noch mehr als ca. 20 Jahre vor sich, sie müssen diese neue Lebensphase selber gestalten. In der westlichen Welt definieren wir uns über den Beruf. Diese Identifikation fällt nach der Pensionierung weg. Am meisten machen die fehlende Strukturen und die fehlenden Aufgaben zu schaffen.
Es ist wichtig, sich vor der Pensionierung mit Fragen auseinanderzusetzen wie etwa: Was macht mir Freude, was habe ich in den vergangenen Jahren nicht machen können, und was möchte ich in Zukunft machen? „Herausfinden, wofür das Herz schlägt.“ Das könnte sein, Zeit mit den Enkelkindern zu verbringen oder freiwilliges Engagement. Wanderungen und/oder Führungen mitgestalten, mitmachen und miterleben, Kurse an der Volkshochschule belegen, Vorlesungen an der Uni besuchen oder Sportaktivitäten und noch vieles mehr. Es gibt für jeden etwas.
Wie bei allen Sorgen und Problemen, die einen nicht mehr frei denken lassen, ist es auch im Rentenalter wichtig, über seinen Zustand zu sprechen. Sei dies mit Fachpersonen oder mit Freunden und Familie.
Mir scheint es wichtig zu sein, sich im Pensionierungsalter neue Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.
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